Maria Furtwängler ist nicht nur als Schauspielerin bekannt. Seit 2016 setzt sie sich mit der MaLisa Stiftung gezielt für Gleichberechtigung, gegen Gewalt an Frauen und für eine gerechtere Darstellung von Frauen in den Medien ein. In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Stiftung entstanden ist, welche Ziele sie verfolgt, welche Studien und Projekte sie bekannt gemacht haben und welche Rolle Maria Furtwängler dabei persönlich spielt.
Die Gründung der MaLisa Stiftung
Die MaLisa Stiftung wurde 2016 von Maria Furtwängler gemeinsam mit ihrer Tochter Elisabeth Furtwängler ins Leben gerufen. Der Name setzt sich aus den Vornamen der beiden Gründerinnen zusammen: Maria und Elisabeth. Mehr Hintergründe zur Familie und zu Elisabeth Furtwängler finden Sie im Artikel Maria Furtwängler: Kinder, Familie und Privatleben.
Der eigentliche Ausgangspunkt lag bereits einige Jahre früher. 2011 gründeten Mutter und Tochter gemeinsam mit der Hilfsorganisation German Doctors das MaLisa Home auf den Philippinen. Dort finden Mädchen und junge Frauen, die von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung betroffen sind, Schutz und Unterstützung. Diese Arbeit vor Ort machte den beiden Frauen bewusst, dass Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen kein rein internationales Thema sind, sondern auch in Deutschland bestehen. Daraus entstand der Entschluss, mit der MaLisa Stiftung auch „vor der eigenen Haustür“ aktiv zu werden.
Ziele und Schwerpunkte der Stiftung
Die MaLisa Stiftung verfolgt das Ziel einer freien, gleichberechtigten Gesellschaft. Ursprünglich lag der Fokus ausschließlich auf Geschlechtergerechtigkeit. Seit 2022 hat die Stiftung ihre Arbeit zusätzlich um den Bereich Klima- und Artenschutz erweitert, da beide Themen nach Ansicht der Gründerinnen eng miteinander verknüpft sind.
Gleichberechtigung und Rollenbilder in den Medien
Ein zentrales Anliegen ist die kritische Analyse, wie Frauen und Männer in Film, Fernsehen und digitalen Medien dargestellt werden. Die Stiftung geht davon aus, dass mediale Rollenbilder das gesellschaftliche Bild von Geschlechtern maßgeblich prägen und oft schon im Kindesalter geformt werden.
Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Die Beendigung geschlechtsspezifischer Gewalt gehört seit der Gründung zu den Kernzielen der Stiftung. Neben internationaler Arbeit über das MaLisa Home unterstützt die Stiftung Studien und Veranstaltungen, die untersuchen, wie Gewalt gegen Frauen in deutschen Medien dargestellt wird, und wie diese Darstellung verändert werden kann.
Klima- und Artenschutz
Seit der thematischen Erweiterung 2022 fördert die MaLisa Stiftung auch Projekte, die Medienschaffenden helfen, neue Erzählformen für die Klima- und Biodiversitätskrise zu entwickeln. Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen und zum Handeln zu motivieren.
Wichtige Studien der MaLisa Stiftung
Die MaLisa Stiftung ist vor allem durch wissenschaftliche Studien bekannt geworden, die sie gemeinsam mit Forschungspartnern wie der Universität Rostock initiiert und mitfinanziert hat.
Studie „Audiovisuelle Diversität“ (2017)
Die erste große Studie analysierte über 3.000 Stunden Fernsehprogramm und rund 800 deutschsprachige Kinofilme. Das Ergebnis zeigte, dass Frauen in deutschen audiovisuellen Medien seltener vorkommen als Männer und dass über alle Fernsehprogramme hinweg auf eine Frau zwei Männer kommen. Einzig Telenovelas und Daily Soaps spiegelten die tatsächliche Geschlechterverteilung in der Bevölkerung wider. Die Studie löste ein breites Medienecho aus und gilt bis heute als Grundlage für die Forderung nach ausgewogeneren Rollenbildern.
Fortschrittsstudien 2021 und 2022
Vier Jahre nach der ersten Untersuchung wurde 2021 eine Fortschrittsstudie veröffentlicht, die neben Geschlecht auch die Dimensionen Alter, sexuelle Orientierung, Herkunft und Behinderung in den Blick nahm. Die Ergebnisse zeigten deutliche Fortschritte in einzelnen Bereichen, machten aber auch klar, dass weiterhin großer Handlungsbedarf besteht, um eine ausgewogene Repräsentation der Bevölkerung zu erreichen. 2022 folgte eine ergänzende Untersuchung zur Geschlechterverteilung im deutschen Kino, die zeigte, dass Frauen zwar häufiger in Hauptrollen zu sehen sind, hinter der Kamera als Regisseurinnen oder Produzentinnen aber weiterhin unterrepräsentiert bleiben.
Studien zu sozialen Medien und Geschlechterbildern
Im Februar 2026 stellte die MaLisa Stiftung gemeinsam mit dem Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) die Studie „Soziale Medien, Geschlechterbilder und Werte“ vor. Die Untersuchung zeigt, dass soziale Medien für Jugendliche zur zentralen Quelle für Information und Orientierung geworden sind: Neun von zehn Jugendlichen nutzen sie, um sich über Themen zu informieren, die sie interessieren. 84 Prozent der 13- bis 18-Jährigen lesen dort Kommentare, um zu verfolgen, wie andere diskutieren, und 66 Prozent informieren sich über Politik und Zeitgeschehen. Ergänzend dazu entstand die Untersuchung „Männlichkeit aus dem Algorithmus“, die sich mit digitaler Radikalisierung und stereotypen Männlichkeitsbildern in sozialen Netzwerken beschäftigt. Erste Ergebnisse wurden im Januar 2026 auf der DLD in München vorgestellt und im Rahmen der Berlinale 2026 öffentlich diskutiert, unter anderem mit Maria Furtwängler selbst.
Weitere Forschungsfelder
Neben den Medienanalysen hat die Stiftung auch Studien zur Geschlechtervielfalt in der Musikwirtschaft sowie zur Darstellung von geschlechtsspezifischer Gewalt im deutschen Fernsehen initiiert. Für ihr Engagement für die gesellschaftliche Gleichstellung aller Geschlechter erhielt die MaLisa Stiftung 2021 den Soroptimist Deutschland Preis.
Öffentliche Auftritte und Vernetzung
Maria Furtwängler nutzt ihre Bekanntheit gezielt, um die Anliegen der Stiftung auf großen Bühnen sichtbar zu machen. Sie ist Mitbegründerin der Konferenzreihe DLDwomen und war 2024 an der Initiierung von DLD Nature beteiligt, einer internationalen Konferenz zum Thema Naturschutz. Auch bei der re:publica in Berlin und der Berlinale tritt sie regelmäßig als Sprecherin für die Themen der Stiftung auf. Diese öffentliche Präsenz unterscheidet sich deutlich von ihrer Arbeit vor der Kamera, etwa in ihrer bekanntesten Rolle als Kommissarin Charlotte Lindholm im Tatort, zeigt aber, wie stark sie ihre mediale Präsenz mit gesellschaftlichem Engagement verbindet.
Maria Furtwängler als Gesicht der Stiftung
Als promovierte Ärztin und Schauspielerin bringt Maria Furtwängler eine besondere Perspektive in ihre Stiftungsarbeit ein. Mehr zu ihrem medizinischen Hintergrund und wie dieser ihr gesellschaftliches Engagement beeinflusst, lesen Sie im Artikel Maria Furtwängler als Ärztin. Für ihr langjähriges Engagement wurde sie unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Zusätzlich zur MaLisa Stiftung ist sie seit über 20 Jahren Kuratoriumspräsidentin der Hilfsorganisation German Doctors und Botschafterin der Kampagne ONE gegen extreme Armut.
Innerhalb der Stiftung teilen sich Maria und Elisabeth Furtwängler die inhaltliche Führung, während ein festes Team die operative Arbeit übernimmt, etwa in den Bereichen Klima und Biodiversität. Einen Überblick über ihre aktuellen Projekte, auch außerhalb der Stiftungsarbeit, gibt der Artikel Maria Furtwängler heute: aktuelle Projekte und Leben 2026.
Warum das Engagement für Frauenrechte wichtig bleibt
Die Studien der MaLisa Stiftung haben gezeigt, dass sich mediale Rollenbilder nur langsam verändern. Auch wenn es seit 2017 Fortschritte gibt, etwa bei der Sichtbarkeit von Frauen in fiktionalen Formaten, bleiben Bereiche wie die journalistische Berichterstattung oder kreative Positionen hinter der Kamera weiterhin von Männern dominiert. Genau hier setzt die Stiftung mit ihrer Forschung, ihren Kooperationen mit Sendern wie ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 sowie mit öffentlichen Diskussionsformaten an. Wer sich vertiefend mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit in den Medien beschäftigen möchte, findet weiterführende Informationen direkt bei der MaLisa Stiftung.
Fazit
Mit der MaLisa Stiftung hat Maria Furtwängler gemeinsam mit ihrer Tochter Elisabeth ein Engagement aufgebaut, das weit über symbolische Gesten hinausgeht. Fundierte Studien, öffentliche Diskussionen und internationale Projekte wie das MaLisa Home machen die Stiftung zu einem festen Bestandteil der Debatte um Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland. Maria Furtwängler nutzt dabei konsequent ihre Bekanntheit als Schauspielerin, um diesen Themen zusätzliches Gewicht zu verleihen und langfristige gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.
FAQ: Häufige Fragen zu Maria Furtwängler und der MaLisa Stiftung
Wann und von wem wurde die MaLisa Stiftung gegründet?
Die MaLisa Stiftung wurde 2016 von Maria Furtwängler und ihrer Tochter Elisabeth Furtwängler gegründet. Der Name setzt sich aus den Vornamen der beiden Gründerinnen zusammen.
Wofür setzt sich die MaLisa Stiftung ein?
Die Stiftung engagiert sich für Geschlechtergerechtigkeit, eine faire mediale Darstellung von Frauen, die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie seit 2022 zusätzlich für Klima- und Artenschutz.
Was ist das MaLisa Home?
Das MaLisa Home ist ein 2011 gemeinsam mit German Doctors gegründetes Schutzhaus auf den Philippinen für Mädchen und junge Frauen, die von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung betroffen sind. Es war der Vorläufer der späteren MaLisa Stiftung.
Welche Studie ist am bekanntesten?
Die 2017 veröffentlichte Studie „Audiovisuelle Diversität“ gilt als bekannteste und meistzitierte Untersuchung der Stiftung. Sie zeigte erstmals umfassend, wie ungleich Frauen und Männer im deutschen Film und Fernsehen dargestellt werden.